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Die Brücke zu Besuch

Im Februar 2009 war Frau Schürmann vom Verein die „Brücke“ an drei Montagen bei uns in der Klasse. Die„Brücke“ ist ein eingetragener Verein, der seit 1985 besteht. Dieser Verein arbeitet mit dem Gericht zusammen und unterstützt es bei Straftaten von Jugendlichen. Die Brücke vollzieht folgende Maßnahmen: Arbeitsanweisungen nach dem Motto „Schwitzen statt sitzen“, soziale Trainingskurse und Betreuungsanweisungen. Als Ergänzung zur sozialen Gruppenarbeit bietet die „Brücke“ an Hauptschulen der 6. und 7. Klasse das Projekt „ Gewaltprävention“ an. Wir entschieden uns für das Thema Mobbing unter Schülern. Bei der 1. Einheit unterhielten wir uns, in welch verschiedenen Formen Mobbing unter Schülern ablaufen kann. Dabei bemerkten wir, dass es auch in unserer Klasse Schüler gibt, die sich gemobbt fühlen müssen. Wenige in der Klasse waren sogar der Meinung, dass diese Schüler, die sich gemobbt fühlen, selber schuld sind. Frau Schürmann führte anschließend ein Rollenspiel durch. Einige mussten vor die Klasse gehen, während sich die restliche Klasse in drei Sitzgruppen zusammensetzte und sich über beliebige Themen unterhalten durften. Die Schüler / innen vor der Türe kamen einzeln herein und bekamen den Auftrag, sich in den nächsten drei Minuten in die Unterhaltung der drei verschiedenen Gruppen einzuklinken. Die 3 Sitzgruppen waren aber vorher „geimpft“ und zeigten den neuen Gesprächsteilnehmern jeweils die kalte Schulter. Sie wurden geradezu abgelehnt. Diesen Zustand konnte keiner der Schüler/innen lange ertragen und sie suchten Hilfe bei Frau Schürmann oder bei ihrem Klassenlehrer. Diese Erfahrung in diesem Rollenspiel hat unserer Klasse sehr viel gebracht, denn die Bemerkung, „die sind doch selber schuld“, wurde deutlich widerlegt. Wir Schüler der Klasse 7a mussten feststellen, dass bei Mobbing der Einzelne sehr ohnmächtig ist und es jeden treffen kann. Am 2. Termin zeigte uns Frau Schürmann einen Kurzfilm zum Thema Mobbing. Ein Mädchen, das viele Freundinnen zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen hatte, wurde von 2 Schülern gemobbt. Diese zwei Mädchen sagten per Telefon bei allen Schülern die Party einfach ab und keiner kam zur Feier. In Ausgrenzungsspielen lernten wir in Rollen sowohl die Opfer- als auch die Täterrolle in Mobbing-Situationen kennen. Anschließend suchten wir nach Möglichkeiten, Unterstützungssysteme aufzubauen. Zum Abschluss machten wir uns auch Gedanken, wie wir uns in Wirklichkeit verhalten hätten. Beim 3. Termin unterhielten wir uns mit Frau Schürmann über Strafmündigkeit, Arbeitsanweisungen, Jugendgericht, Jugendarrest und Jugendstrafanstalten. Dabei erzählte sie uns, wie so ein Wochenarrest im Hochfeld abläuft.
An diesen drei Tagen haben wir gelernt:
• was Mobbing ist
• wie man Mobbing verhindern kann
• wie sich das Fehlverhalten anderer ansprechen lässt
• wie sich Mobbing aus der Täterperspektive vermeiden lässt
Dieser Besuch von Frau Schürmann war für uns sehr interessant und aufschlussreich und wir verabschiedeten uns mit der Hoffnung, dass keiner von uns die Räume der „Brücke“ von innen sieht.
Klasse 7a


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