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Portfolio
Bewerbung mit Struktur

Pilotphase
Jeder Augsburger Hauptschüler ab der 7. Klasse soll ein Portfolio zur Berufsfindung erhalten
Augsburg
Es wird bereits eine Menge getan. Seit Jahren unterstützen die verschiedensten Projekte Augsburger Hauptschüler dabei, den für sie richtigen Beruf zu wählen. Diese Projekte, von den Jobpaten angefangen bis hin zu Mentoren, sollen nun gebündelt werden. Alle Hauptschüler von der siebten bis zur neunten Klasse sollen ab dem Schuljahr 2009/10 ein Portfolio zur Berufsfindung erhalten. Diese Mappe mit dem Titel „Unterwegs zum Beruf“ wurde von Augsburger Lehrern und Schulleitern entwickelt. 18 000 Euro kostet dieses Projekt, das 3000 Schüler erreichen will. Die Mittel teilen sich die Bundesagentur für Arbeit, die Stadt Augsburg und der Freistaat Bayern. Inzwischen hat die Pilotphase begonnen. An jeder der 14 Augsburger Hauptschulen wurde je eine siebte und eine achte Klasse ausgewählt, die mit dieser Mappe arbeiten wird. Das Portfolio besteht zum einen aus Blättern, die den jungen Menschen zeigen, worauf es bei der Berufsfindung ankommt. So geht es auf den ersten Seiten darum, die eigenen Interessen und Fähigkeiten zu erkennen. „Ich kann meine Träume schon haben“, sagt Monika Körting, Schulleiterin an der Hans-Adlhoch-Schule, die an der Mappe mitgearbeitet hat. Die jungen Leute müssten aber auch einsehen, „was machbar und realisierbar ist“. Zum anderen sieht das Portfolio vor, dass die Schüler all das sammeln, was für ihre Bewerbung wichtig sein könnte, etwa Nachweise von Betriebserkundungen, Zeugniskopien, Lebenslauf. Greifbare Unterlagen „Die Schüler erhalten ein Arbeitsmittel, das die Unterlagen greifbar macht“, so Claus Appel vom Staatlichen Schulamt Augsburg, der das Projekt koordiniert, „sie lernen, dass sie ihr Engagement und ihre Kompetenzen einbringen müssen“. Der Weg der Berufsfindung erfahre auf diese Weise eine Strukturierung und Ordnung. In der Phase der Bewerbung selbst sind die Schüler angehalten, genau Buch zu führen, etwa welche Beratungsgespräche sie geführt haben oder wo sie sich beworben haben. Während der Pilotphase sollen die Erfahrungen mit dem Portfolio noch ausgewertet werden. Trotz Einheitlichkeit bleibe den Hauptschulen auch Raum, eigene Projekte zur Berufsfindung zu integrieren, versichert Claus Appel. Daniel, Selina und Gabriella aus der 9b an der Hans-Adlhoch- Schule sind auf dem Weg zu ihrem Beruf schon ein gutes Stück gegangen. Alle drei haben schon die Zusage einer Lehrstelle in der Tasche. Daniel als Feinwerkmechaniker, Selina als Malerin und Lackiererin und Gabriella als Fachangestellte Für Bäderbetriebe. Auch wenn die drei schon ihren Beruf gefunden haben, so halten sie diese Mappe grundsätzlich für gut. „Da ist dann alles drin – mein Lebenslauf, meine Zeugnisse“, sagt Selina. Als einen der größten Vorteiledieser Mappe sieht es Schulleiterin Monika Körting an, dass jedem ihrer Hauptschüler vermittelt wird: „Du bist etwas wert, wir unterstützen dich gerne.“ An der Löweneckschule nahmen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7a und 8a an dem neuen Projekt zur Berufsfindung teil. Dabei lernten sie ihre Interessen und Fähigkeiten einzuschätzen und konnten ihr persönliches „Kompetenzrad“und damit ihre Ziele abklären. Durch Zugangserkundungen und Betriebspraktika sollen diese Fähigkeiten überprüft werden. Auswertungs- und Feedbackbögen helfen dabei, die Selbsteinschätzung mit der Fremdeinschätzung durch die Betriebe abzugleichen und den Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu eröffnen.


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